Rosa Wolken - Theatergastspiele Fürth

Turbulente Weihnachtskomödie von Folke Braband

Regie: Holger Berg

Bühne und Kostüme: Angela Loewen
Darsteller: Hubertus Grimm, Christian David Gebert, Johanna Liebeneiner, Julika Wagner 
Tourneezeitraum: November und Dezember 2016, Deutschland

Wiederholungstournee: November 2018 bis Januar 2019

 

 

 

FOTOGALERIE

© Theatergastspiele Fürth

 

Presseartikel Lippische Landes-Zeitung

 

  

Komödie „Rosa Wolken“ beschert den Zuschauern einen Heidenspaß

von Heidi Stork am 19.12.2016

 

Bad Salzuflen. So einen Heiligabend will wohl niemand in seinen eigenen vier Wänden erleben. Das ganze Jahr lebt man nebeneinander her, bis Weihnachten vor der Tür steht und in familiärer Runde ein Streitthema nach dem anderen aufs Tapet kommt.

 

Mit der Komödie „Rosa Wolken" legt das Ensemble der Theatergastspiele Fürth menschliche Schwächen zur Weihnachtszeit liebevoll auf den Gabentisch und bedient ganz beiläufig zahlreiche Klischees. Obwohl zum Brüllen komisch, greift das Stück jedoch gleichzeitig ein Thema auf, das sich im wahren Leben gar nicht so leicht anfühlt: Leo (Hubertus Grimm) und Alex (Chris David Gebert) sind ein schwules Paar, das sich nicht einigen kann, ob es ein Kind adoptieren will oder nicht. Zu allem Überfluss kündigen sich auch noch Leos Verwandte über die Feiertage an.

 

Drama-Queen-Schwester Nicola (Julika Wagner) setzt dem armen Alex dabei ebenso zu wie Leos zynische Mutter Edda (Johanna Liebeneiner), die ein Problem mit der gleichgeschlechtlichen Beziehung ihres Sohnes hat. Ganz zu schweigen von Papa Günther (Holger Franke), der den Kartoffelsalat seiner Frau noch nie mochte und ausgerechnet zu Weihnachten diese und weitere Bomben hochgehen lässt.

 

Meisterhaft bedient sich Autor Folke Braband in seiner spritzigen Komödie jeder Menge Klischees, die jedoch niemals flach oder lächerlich wirken. Das Publikum im voll besetzten Kur- und Stadttheater hatte sich schon nach wenigen Minuten in die absolut liebenswerten Charaktere der Schauspieler verliebt.

 

Hubertus Grimm gelang dabei der überzeugende Spagat zwischen der Figur des Leo und einer Moderatorenrolle, in der er dem Publikum Einblicke in sein Gefühlsleben gewährte und sie mit Hintergrundinformationen über die Protagonisten versorgte.

 

Chris David Gebert bediente einerseits mit einer herrlich schrägen Protestkostümierung das weit verbreitete Schwulenklischee, auf der anderen Seite kämpfte er überzeugend für Alex’ Kinderwunsch. Für weiteren Schwung sorgte Julika Wagner als Leos Schwester Nicola, die schwanger ist, aber nicht weiß, ob ihr italienischer Freund Fabio (Tobias Herrmann) die Freude darüber teilt. Wagners hysterischer Anfall brachte ihr nicht zuletzt wegen ihres unverständlichen Gebrabbels verdienten Szenenapplaus ein.

 

In einem reduzierten Bühnenbild von Angela Loewen, in dem ein gewaltige Deckenlampe, gespickt mit weißen Zetteln über einen rosafarbenen Weihnachtsbaum dominierte, ließ Regisseur Holger Berg vor allem die starken Charaktere des Ensembles wirken.

 

Nach einem mitreißenden Lametta-Rocktanz bedankte sich das begeisterte Publikum am Ende mit frenetischem Applaus für eine gelungene Weihnachtskomödie, die menschliche Schwächen ebenso offen legte wie übliche Klischees bediente.

 

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2016

 

© Theatergastspiele Fürth

Presseartikel Weser Kurier

 

 
Von Heide Rethschulte 22.11.2016
Komödie „Rosa Wolken“ in Delmenhorst
 
Meisterhaft bediente Klischees

Viel Spaß hatten die Zuschauer am Sonntag im Kleinen Haus bei der turbulenten Komödie „Rosa Wolken“, die die Theatergastspiele Fürth präsentierte.

Autor Folke Braband bedient in seiner Komödie jede Menge Klischees, das aber meisterhaft, sodass es weder lächerlich noch flach wurde. Zudem überrascht Braband die Zuschauer damit, dass einer der Schauspieler zwischen seiner Figur Leo und einer Moderatorenrolle hin- und herwechselt. Hubertus Grimm gelang dieser Spagat überzeugend. In Sonnyboymanier brach er sofort das Eis, als er das Publikum mit einem lockeren „Guten Abend“, das spontan erwidert wurde, begrüßte. Zudem gab Grimm Einblicke in die Gefühlswelt seiner Figur, Hintergrundinformationen über die anderen Protagonisten und sorgte mit ruhiger Erzählstimme dafür, dass das teilweise turbulente Geschehen nicht ausuferte. Außerdem war der 36-Jährige so flexibel, auf Zuschaueräußerungen einzugehen. War Grimm als Leo im Einsatz, spielte er facettenreich, ließ sich nicht nur auf das Schwulsein festlegen.

Leo und sein Lebenspartner Alex haben es am Heiligen Abend nicht einfach. Wie jedes Jahr fällt Leos Familie im wahrsten Sinne des Wortes über das Paar her. Während Leo es nicht wagt, Grenzen zu ziehen, erträgt Alex die Demütigungen von Leos ach so vorurteilsfreier Mutter. Er muckt zwar manchmal auf, schreckt aber aus Liebe zu seinem Partner vor dem großen Bruch zurück. Chris David Gebert bediente einerseits das Schwulenklischee mit einer herrlich schrägen Protestkostümierung, auf der anderen Seite kämpfte er überzeugend für Alex' Kinderwunsch.

Eine Weihnachtscrasherin

Als wahre Weihnachtscrasherin erwies sich Johanna Liebeneiner. Sie gab Leos Mutter Edda mit einer Urgewalt, gegen die ein Rasenmäher wie ein Streichelkätzchen wirkt. Edda darf man nicht kritisieren, dafür teilt sie aber gnadenlos aus. „Sie drückt gern mal ein Auge zu, um besser zielen zu können“, charakterisiert Leo als Moderator seine Mutter. Natürlich scheint sie auch nicht zu merken, dass ihr Ehemann Günther die ständigen Bevormundungen satt hat und sich von ihr trennen will. Nach der Eröffnung fällt sie in Ohnmacht und redet nach ihrer Rückkehr aus dem Krankenhaus alle platt, um der Wahrheit nicht ins Auge blicken zu müssen. Man hatte volles Verständnis für den sanftmütig wirkenden Günther (Holger Franke als Sympathieträger für unterdrückte Ehemänner), der es in fast 40 Jahren nicht fertiggebracht hat, seiner Gattin zu sagen, dass er ihren Kartoffelsalat verabscheut, von dem Edda glaubt, dass ihr Gatte sich Weihnachten ohne ihn nicht vorstellen kann.

Weiteren Schwung in die Handlung brachte Julika Wagner als Leos Schwester Nicola. Völlig aufgelöst erscheint sie, von der Leo sagt, dass sie sogar über schnurlose Telefone stolpert, weil sie schwanger ist und glaubt, ihr italienischer Freund Fabio wolle kein Kind. Wagners hysterischer Anfall mit unverständlichem Gebrabbel war den Szenenapplaus wert, den sie bekam. Im zweiten Teil überzeugte Wagner als gefestigte Ehefrau und umsichtige Mutter. Tobias Herrmann machte aus Fabio eine sympathische Type. „Ich nix Macho. Bin sehr, sehr schüchtern“, radebrechte Herrmann und quasselte ohne Punkt und Komma. Im zweiten Teil zog er als liebender Ehemann, verliebter Papa von Töchterchen Raphaela und in Richtung Schwiegermutter als Charmebolzen alle Register, die man (frau) von italienischen Männern erwartet.

Deckenlampenmonstrum

Regisseur Holger Berg ließ in einem reduzierten Bühnenbild (Angela Loewen), in dem das Deckenlampenmonstrum, mit vielen weißen Blättern dekoriert, einerseits auf Leo und Alex als Comicautoren hinwies und andererseits Symbol für die schräge Familie war, vor allem die Charaktere wirken. Dies überzeugte ebenso wie nach der Pause die interessante Idee Brabands, Weihnachten ein Jahr später mit den stattgefundenen Entwicklungen zu zeigen. Dabei ließ er den Moderator nicht nur seine Gedanken und Gefühle erzählen, sondern ihn auch mit einer Fernschaltung Rückblenden einbauen. Des Weiteren sorgten gute Witze an den richtigen Stellen und Wortwitz für Heiterkeit.

So konnten die Zuschauer auch verschmerzen, dass die im Programmheft angekündigten Nick Wilder, Caroline Beil und Markus Knüfken nicht auftraten. Eine geschlossene Ensembleleistung ließ das vergessen. Am Ende gab es nach einem mitreißenden Lametta-Rocktanz lang anhaltenden Applaus für eine gelungene Weihnachtskomödie, die menschliche Schwächen liebevoll offengelegt hatte.

 

 

 

Rosa Wolken

 
Uraufführung in Lahr

Turbulente Weihnachtskomödie von Folke Braband
 

Mit Johanna Liebeneiner, Hubertus Grimm, Julika Wagner, Christian David Gebert,
Holger Franke und Tobias Herrmann
Regie: Holger Berg
Theatergastspiele Fürth

Mit seiner Neuproduktion „Rosa Wolken“ gelang Autor Folke Braband auf ebenso unterhaltsame wie überraschende Weise eine nicht ganz normale Komödie über ein ganz normales schwules Paar. Dabei lässt er seine Protagonisten das Geschehen immer wieder erbarmungslos und lakonisch in Richtung Publikum kommentieren.
 
Leo und Alex sind schwul – und das ist auch gut so. Weniger gut ist, dass Heiligabend und damit auch Leos Verwandtschaft vor der Tür steht. Der Weihnachtsbaum muss geschmückt, das Essen vorbereitet werden, und ihre Beziehung, die gerade in einer schwierigen Phase ist, verlangt nach wichtigen Entscheidungen. Als hätten Leo und Alex nicht schon genug Probleme, packen die restlichen Familienmitglieder gleich noch ordentlich was drauf: Leos Schwester Nicola, die sogar über schnurlose Telefone stolpern würde, präsentiert ihre Sorgen ebenso hemmungslos auf dem Gabentisch wie seine äußerst dominante Mutter Edda, die keinen Hehl daraus macht, dass sie für ihren geliebten Sohn lieber eine Schwiegertochter als einen Schwiegersohn hätte. Und auch Vater Günther, eigentlich ein ruhiger und pflegeleichter Zeitgenosse, hat zum Fest der Liebe nichts Besseres zu tun, als gerade jetzt eine gewaltige Bombe platzen zu lassen…
 
Mit dem fernsehbekannten Star-Schauspieler Hubertus Grimm, der grandiosen Johanna Liebeneiner, Julika Wagner aus der ehemaligen Serie "Marienhof", Christian David Gebert aus der Telenovela „Anna und die Liebe“ und dem SOKO-Leipzig Hauptdarsteller Jakob Renger hat Starregisseur Holger Berg von den Theatergastspielen Fürth die Rollen erstklassig besetzt.
 
Quelle:  Populahr

Turbulente Weihnachtskomödie von Folke Braband

 

 Termine 2016

 

Mi, 16.11.2016 Baiersdorf (Vorpremiere)
Fr, 18.11.2016 Lahr (Premiere)
So, 20.11.2016 Delmenhorst

 

Di, 06.12.2016 Bühl
Mi, 07.12.2016 Recklinghausen
Fr, 09.12.2016 Bad Hersfeld
Mi, 14.12.2016 Neckarsulm
Fr, 16.12.2016 Bad Salzulfen
Sa, 17.12.2016 Brunsbüttel
Di, 20.12.2016 Weiden

 

weitere Termine

November 2018 bis Januar 2019

 

 

 

© Theatergastspiele Fürth

http://www.hubertus-fancommunity.com/index.html

http://www.hubertus-fancommunity.com/index.html