Press 2015 - 2017

Presseartikel 2016

Presseartikel Weser Kurier

 

 
Von Heide Rethschulte 22.11.2016
Komödie „Rosa Wolken“ in Delmenhorst
 
Meisterhaft bediente Klischees

Viel Spaß hatten die Zuschauer am Sonntag im Kleinen Haus bei der turbulenten Komödie „Rosa Wolken“, die die Theatergastspiele Fürth präsentierte.

Autor Folke Braband bedient in seiner Komödie jede Menge Klischees, das aber meisterhaft, sodass es weder lächerlich noch flach wurde. Zudem überrascht Braband die Zuschauer damit, dass einer der Schauspieler zwischen seiner Figur Leo und einer Moderatorenrolle hin- und herwechselt. Hubertus Grimm gelang dieser Spagat überzeugend. In Sonnyboymanier brach er sofort das Eis, als er das Publikum mit einem lockeren „Guten Abend“, das spontan erwidert wurde, begrüßte. Zudem gab Grimm Einblicke in die Gefühlswelt seiner Figur, Hintergrundinformationen über die anderen Protagonisten und sorgte mit ruhiger Erzählstimme dafür, dass das teilweise turbulente Geschehen nicht ausuferte. Außerdem war der 36-Jährige so flexibel, auf Zuschaueräußerungen einzugehen. War Grimm als Leo im Einsatz, spielte er facettenreich, ließ sich nicht nur auf das Schwulsein festlegen.

Leo und sein Lebenspartner Alex haben es am Heiligen Abend nicht einfach. Wie jedes Jahr fällt Leos Familie im wahrsten Sinne des Wortes über das Paar her. Während Leo es nicht wagt, Grenzen zu ziehen, erträgt Alex die Demütigungen von Leos ach so vorurteilsfreier Mutter. Er muckt zwar manchmal auf, schreckt aber aus Liebe zu seinem Partner vor dem großen Bruch zurück. Chris David Gebert bediente einerseits das Schwulenklischee mit einer herrlich schrägen Protestkostümierung, auf der anderen Seite kämpfte er überzeugend für Alex' Kinderwunsch.

Eine Weihnachtscrasherin

Als wahre Weihnachtscrasherin erwies sich Johanna Liebeneiner. Sie gab Leos Mutter Edda mit einer Urgewalt, gegen die ein Rasenmäher wie ein Streichelkätzchen wirkt. Edda darf man nicht kritisieren, dafür teilt sie aber gnadenlos aus. „Sie drückt gern mal ein Auge zu, um besser zielen zu können“, charakterisiert Leo als Moderator seine Mutter. Natürlich scheint sie auch nicht zu merken, dass ihr Ehemann Günther die ständigen Bevormundungen satt hat und sich von ihr trennen will. Nach der Eröffnung fällt sie in Ohnmacht und redet nach ihrer Rückkehr aus dem Krankenhaus alle platt, um der Wahrheit nicht ins Auge blicken zu müssen. Man hatte volles Verständnis für den sanftmütig wirkenden Günther (Holger Franke als Sympathieträger für unterdrückte Ehemänner), der es in fast 40 Jahren nicht fertiggebracht hat, seiner Gattin zu sagen, dass er ihren Kartoffelsalat verabscheut, von dem Edda glaubt, dass ihr Gatte sich Weihnachten ohne ihn nicht vorstellen kann.

Weiteren Schwung in die Handlung brachte Julika Wagner als Leos Schwester Nicola. Völlig aufgelöst erscheint sie, von der Leo sagt, dass sie sogar über schnurlose Telefone stolpert, weil sie schwanger ist und glaubt, ihr italienischer Freund Fabio wolle kein Kind. Wagners hysterischer Anfall mit unverständlichem Gebrabbel war den Szenenapplaus wert, den sie bekam. Im zweiten Teil überzeugte Wagner als gefestigte Ehefrau und umsichtige Mutter. Tobias Herrmann machte aus Fabio eine sympathische Type. „Ich nix Macho. Bin sehr, sehr schüchtern“, radebrechte Herrmann und quasselte ohne Punkt und Komma. Im zweiten Teil zog er als liebender Ehemann, verliebter Papa von Töchterchen Raphaela und in Richtung Schwiegermutter als Charmebolzen alle Register, die man (frau) von italienischen Männern erwartet.

Deckenlampenmonstrum

Regisseur Holger Berg ließ in einem reduzierten Bühnenbild (Angela Loewen), in dem das Deckenlampenmonstrum, mit vielen weißen Blättern dekoriert, einerseits auf Leo und Alex als Comicautoren hinwies und andererseits Symbol für die schräge Familie war, vor allem die Charaktere wirken. Dies überzeugte ebenso wie nach der Pause die interessante Idee Brabands, Weihnachten ein Jahr später mit den stattgefundenen Entwicklungen zu zeigen. Dabei ließ er den Moderator nicht nur seine Gedanken und Gefühle erzählen, sondern ihn auch mit einer Fernschaltung Rückblenden einbauen. Des Weiteren sorgten gute Witze an den richtigen Stellen und Wortwitz für Heiterkeit.

So konnten die Zuschauer auch verschmerzen, dass die im Programmheft angekündigten Nick Wilder, Caroline Beil und Markus Knüfken nicht auftraten. Eine geschlossene Ensembleleistung ließ das vergessen. Am Ende gab es nach einem mitreißenden Lametta-Rocktanz lang anhaltenden Applaus für eine gelungene Weihnachtskomödie, die menschliche Schwächen liebevoll offengelegt hatte.

 

PRESSEBERICHTE zum Theaterstück "Das Lächeln der Frauen"

Interview - lokalkompass.de - Essen - 23. März 2016

"Das Lächeln der Frauen" im Theater im Rathaus

Gespräch mit Hubertus Grimm

 

Essen: Theater im Rathaus

 

Millionen Leser, es waren wohl überwiegend Leserinnen, haben es geliebt: „Das Lächeln der Frauen“ von Nicolas Barreau. Jetzt bringt das Theater im Rathaus die Bühnenfassung auf die Bühne: Am Freitag, 22. April, ist Premiere. Der Stadtspiegel sprach zuvor mit dem männlichen Teil des Zwei-Personen-Stückes: Hubertus Grimm.

 

„Nein, ich kannte den Roman nicht, als ich das Rollenangebot bekam“, gibt der 36-Jährige freimütig zu. „Doch ich fand die Bühnenfassung sofort spannend und habe das sehr unterhaltsame Buch dann natürlich noch gelesen.“ Das 336-Seiten-Werk als Zwei-Personen-Stück - wie soll das gehen? „Nun ja, ich spiele so gut wie alle Männerrollen - und sogar zwei Frauenrollen - und meine Kollegin umgekehrt“, erklärt Hubertus Grimm. „Das Stück ist ein Fest für Schauspieler und lebt von dieser Abwechslung“, verrät er. Da er sich die Bühnenkollegin nicht aussuchen konnte, war er froh, dass Julia Stinshoff und er sich gleich mochten. „Wir haben uns auf einen Kaffee getroffen und es war sehr schnell klar, dass wir gut zusammen spielen können“, erinnert er sich.

 

Ein Fest für Schauspieler

Julia Stinshoff als Aurélie erzählt ihre Geschichte und Hubertus Grimm als André Chabanais seine... „Genau!“ Und weil der Verlagsmensch Chabanais ja den Autor, den Aurélie unbedingt kennenlernen will, nur erfunden hat, gerät er in eine verzwickte Situation. „Eigentlich lügt er die ganze Zeit, deshalb ist es eine schauspielerische Gratwanderung diesen Typen, der aus seiner Haut irgendwie nicht rauskann und sich deshalb immer weiter verstrickt, noch sympathisch rüberzubringen.“

 

Der unverfängliche Flirt: Volkssport der Franzosen

Doch darauf kommt es an, schließlich wollten zumindest alle Leserinnen am Ende nur André Chabanais... „Ja, wenn ich das auf der Bühne erreiche, dann habe ich meinen Job erfüllt“, lacht der sympathische Coesfelder, der in Tansania auf die Welt kam, weil sein Vater dort zwei Jahre lang als Arzt arbeitete.
Das Buch lebt unter anderem vom Pariser Flair. „Das gibt unser Bühnenbild in jedem Fall wieder“, ist Grimm sicher. „Als ich selbst zuletzt in Frankreich im Café saß, habe ich mir etwas von den gut gekleideten Franzosen abgeguckt. Ich trage Weste.“ Und dann ist da ja noch der Volkssport der Franzosen: Der unverfängliche Flirt. „Richtig! Darüber nähern sie sich an - auch Aurélie und André. Damit haben wir uns viel beschäftigt“, lächelt Grimm, der das Theaterstück eindeutig als Liebeskomödie, die man wegen ihrer Kurzweiligkeit und ihres Charmes nicht verpassen darf, einordnet.

 

Charmante Liebeskomödie

In Essen kennt sich der Schauspieler, der inzwischen in Berlin lebt, nicht aus. „Wir haben in Essen im Hotel gewohnt, als wir auf unserer Tournee in der Nähe gespielt haben. Da habe ich mir das Theater und sein Drumherum angesehen und mich gefreut, dass es alles gibt, was man so braucht“, verrät er. Ansonsten habe er bisher nur einmal eine schöne Hochzeit auf dem Baldeneysee erlebt...


Mehr von unserer Stadt kennenlernen kann er vom 22. April bis 1. Mai, denn solange gastiert er mit „Das Lächeln der Frauen“ im Theater im Rathaus. Noch gibt es Karten, und zwar unter Telefon 0201/2455555 oder an der Theaterkasse im Rathaus.



Das Stück:
Das Buch „Das Lächeln der Frauen“ von Robert Miller rettet Aurélies Leben. Die Geschichte scheint nicht nur in ihrem Restaurant zu spielen, sondern auch aus ihrem Leben zu erzählen. Sie glaubt sich in ihrem tiefesten Wesen verstanden und setzt nun alles daran, den Mann kennenzulernen, der ihr Leben verändert hat..
Ein einfacher Wunsch, aber ein schier unmögliches Unterfangen, denn alle Versuche mit dem scheuen Autor in Kontakt zu treten, werden vom Lektor André Chabanais abgeblockt. Was sie nicht weiß: Hinter dem Autorennamen Robert Miller verbirgt sich André, der aus Verzweiflung über die schlechte Qualität der Romanvorschläge, selbst zu Stift und Papier gegriffen hat. Ein Geheimnis, das gewahrt bleiben muss...

 

 

http://www.hubertus-fancommunity.com/index.html

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