Spielfilm - Meine Mutter, meine Männer - ARD

Meine Mutter, meine Männer
(ehem. Arbeitstitel:
Lilly Schönauer: Mama Ante Portas)

Hauptrolle: Tobias

Drehbuch: Anna Morgenrot
Regie: Karola Hattop
Produktion: ARD Degeto / Bavaria Film
Drehzeit:
13. August bis 11. September 2013
Drehorte: Bayern (München und Umgebung)

Weitere Darsteller: Marie Zielcke, Anna Stieblich, Roman Knizka, Jürgen Heinrich
Erstausstrahlung: 28. März 2014

"Die Liebeskomödie der preisgekrönten Regisseurin Karola Hattop punktet durch feinen Humor und ein glänzend aufgelegtes Darstellerensemble ... "

© ARD Degeto / Bavaria Fernsehproduktion / Elke Werner
© ARD Degeto / Bavaria Fernsehproduktion / Elke Werner
Kritik:
01.04.2014 | von Tilmann P. Gangloff

Das Leben mag ein Zufall sein, wie die von Anna Stieblich ganz wunderbar gespielte Hippie-Mutter Jutta in dieser kurzweiligen Komödie sagt, aber gute Filme sind ganz sicher kein Zufall. "Meine Mutter, meine Männer" ist der Beleg dafür: ein gutes Drehbuch (Anna Morgenrot), das den sehenswerten Darstellern eine Vielzahl vergnüglicher Szenen voller Situationskomik bietet, eine angemessen temporeiche Umsetzung (Karola Hattop), die den Schauspielern dennoch den nötigen Raum lässt, und schließlich eine Handlung, die einerseits so lebensnah ist, dass man sich mit den Figuren identifizieren kann, andererseits aber so auf die Spitze getrieben, dass auch die potenziell tragischen Momente vor allem komisch sind.


Menschen aus der Vergangenheit


In erster Linie handelt "Meine Mutter, meine Männer" jedoch vom Finden und Verschwinden der Liebe, und im Grunde ist die Geschichte so überschaubar wie die Zukunft der Hauptfigur: Jenny (Marie Zielcke) ist mit Tobias (Hubertus Grimm) liiert. Der gut aussehende junge Mann ist designierter Nachfolger seines Vaters (Jürgen Heinrich) als Geschäftsführer eines florierenden Münchener Familienbetriebs für Wintersportausrüstung. Dann jedoch wirbeln zwei Menschen aus Jennys Vergangenheit die Gegenwart kräftig durcheinander: Weil sich Juttas Kommune auf Ibiza aufgelöst hat, braucht sie eine neue Bleibe; und als wäre die flippige Mutter nicht genug, taucht auch noch Jennys früherer Freund Erik (Roman Knižka) auf, dem nach der Trennung klar geworden ist, wie viel sie ihm bedeutet.


Die Konstellation der Figuren mag nicht weiter aufregend klingen, aber was Buch und Regie daraus machen, ist in hohem Maß vergnüglich. Schon allein wegen Anna Stieblich wäre der Film sehenswert. Der Typus der jointrauchenden Hippiemutter in wallenden Gewändern ist selbstredend nicht neu, aber wie sie diese satirisch überzeichnete Figur verkörpert, ist großartig. Hinter aller Lebensfreude verbirgt sich allerdings auch viel Egozentrik, so dass die giftigen Gespräche zwischen Mutter und Tochter immer auch von einer keineswegs rosigen Kindheit erzählen. Ähnlich glaubwürdig verkörpert Jürgen Heinrich Jennys potenziellen Schwiegervater Roman, einen verknöcherten Witwer, der seinen Betrieb nicht loslassen kann. Angesichts der zwar fröhlichen, aber auch sehr anstrengenden Jutta offenbart Roman zur Verblüffung seines gleichfalls auf die Arbeit fixierten Sohnes völlig neue Seiten.


Originell ist auch der Schauplatz der eigentlichen Liebesgeschichte: Jenny ist technische Direktorin der Bayerischen Staatsoper, Erik ein begehrter Bühnenbildner, der die Aufführung der "Zauberflöte" retten soll, weil das Budget überzogen worden ist. Allein die Szene mit der riesigen Projektion eines Fotos von Jenny (natürlich zur Arie "Dies Bildnis ist bezaubernd schön") ist große Romanze. Die Musik ist ohnehin sorgsam ausgewählt. Das sollte zwar eine Selbstverständlichkeit sein, aber wo anderswo zumeist auf austauschbaren Kuschelpop zurückgegriffen wird, dominiert hier Juttas Vorliebe für Reggae und die Rolling Stones. Und weil auch die Dialoge immer wieder perfekt pointiert sind, ist "Meine Mutter, meine Männer" ein vorzüglich gespieltes und inszeniertes Filmvergnügen.



Magazin
TV-Media (Österreich) - Kurzkritik:
"Flott inszenierte Gefühlswirren mit sympathischem Ensemble"


Kritik von Rainer Tittelbach:

    • Fernsehfilm „Meine Mutter, meine Männer“

Eine Produktion der Network Movie  – Wolfgang Cimera

ARD, 28.03.2014, 20:15 Uhr


Marie Zielcke, Anna Stieblich,Roman Knizka. Bewährte Story, wunderbar verpackt!


Rainer Tittelbach
Schwanger, doch der Freund ist alles andere als begeistert, ein Liebhaber ausalten Zeiten, der sie aufdringlich umflirtet und dann auch noch die nervendeHippie-Mutter, die wieder Familienanschluss sucht – der 30jährigen Heldin in„Meine Mutter, meine Männer“ bleibt auch nichts erspart. Der ARD-Freitagsfilmarbeitet überraschungsarm auf die Geburtsstunde einer Patchworkfamilie hin undist doch eine unterhaltsame Alltagskomödie. Die dramaturgischen Muster sind derRomantic Comedy entliehen, die sozialen Klischees sind realistisch durchwirkt,und das Spiel der Top-Besetzung pendelt zwischen ernsthaft & ironisch.


Die quasi Bild gewordenen größten Pluspunkte der ARD-Alltagskomödie "Meine Mutter, meine Männer": ein spielfreudiges Ensemble und großer Einfallsreichtum. Jürgen Heinrich, Anna Stieblich, Roman Knizka, Marie Zielcke, Hubertus Grimm


Karriere steht über allem. Für Jenny, mit 30 bereits technische Direktorin eines Münchner Opernhauses, könnte sich das mit ihrer Schwangerschaft ändern. Doch für ihren Freund Tobias, der mit dem Familienbetrieb verheiratet ist und vom Vater endlich die Firmenleitung übernehmen will, wäre der Zeitpunkt für ein Kind suboptimal. Die Beziehung ist doppelt angespannt, weil sich auch noch Jennys lebenslustige Hippiemutter Jutta nach Jahren aus Ibiza zurückmeldet, sich bei den beiden einquartiert und in deren Designer-Wohnung erst mal ordentlich feiert. Als die auch noch Tobias’Vater, einen seit Ewigkeiten trauernden Witwer, umflirtet, als in der Oper Eric, eine unglückliche Liebschaft Jennys von früher, kurzfristig als Bühnenbildner einer imageträchtigen „Zauberflöten“-Inszenierung engagiert wird und der sich sehr offensiv um sie bemüht, gibt es bald große Gefühle nicht nur auf der Bühne.



Kein Zuschauer, der nicht erkennen würde, wie das Spiel laufen wird. „Meine Mutter, meine Männer“ arbeitet sichtlich auf die Geburtsstunde einer Patchworkfamilie hin – und ist doch eine höchst unterhaltsame Alltagskomödie. Die dramaturgischen Muster wurden weitgehend der Romantic Comedy entliehen, die sozialen (Rollen-)Klischees sind durchaus realistisch durchwirkt, und die Art des Spiels pendelt zwischen ernsthaft und ironisch. Daraus ergibt sich eine reizvolle emotionale Gemengelage, die veredelt wird von einer für den ARD-Freitag nicht nur überdurchschnittlichen,sondern einer ideal gecasteten Schauspielerriege. Marie Zielcke dosiert nicht nur geschickt im Rahmen der Geschichte ihr Lächeln (so richtig strahlen darf sie erst in der zweiten Hälfte), sondern auch im Namen ihrer Karriere. So sehr sie zuletzt auch das ZDF-„Herzkino“ erfrischend lächelnd aufwertete, in ihrer Rolle als Jenny kann sie in dem Film von Karola Hattop doch sehr viel mehr„Gesichter“ zeigen. Roman Knizka und Anna Stieblich sind zwar typisch besetzt,unterspielen ihr (Komödien-)Image aber angenehm – und verkörpern somit mehr als nur den romantischen Liebhaber oder die Hippie-Mutter. Gut besetzt sind auch die Wasserträgerrollen am Rande: Hubertus Grimm ist wenigstens mal ein Mann, der die Frau nicht kriegt und dem man das nicht sofort ansieht. Und Jürgen Heinrich („Wolffs Revier“) ist einer, der einem nicht so häufig in Degeto-Filmen begegnet und der auch noch in einer eher undankbaren Rolle in (fast) jeder Szene das richtige Gesicht macht.



„Meine Mutter, meine Männer“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr gerade bei leichten Genres, die nichts Weltbewegendes erzählen,die Art und Weise, wie die Geschichte strukturiert und wie sie filmisch umgesetzt ist, über die Qualität entscheidet. Das beginnt bereits mit der Story: große Oper, eine Hauptfigur Bühnenbildner, dazu der Handlungsort München. Da bietet sich einiges in Sachen Ambiente und Optik an, und es wird liebevoll genutzt: das landschaftlich reizvolle Umland der Bayern-Metropole mit ihren Seen und Bergen, der Schauplatz Oper, insbesondere das semantische Spiel mit Bühnenbildern und der Leere des Zuschauerraums, in dem sich symbolhaft derjeweilige Zustand der Beziehung des romantischen Paars manifestiert. Weit überdurchschnittlich ist auch das Szenenbild insgesamt. Es ist lebendig, steckt voller Formen und Farben und bietet den Schauspielern ein abwechslungsreiches Umfeld, das sie gleichsam charakterisiert. Für einen Unterhaltungsfilm bemerkenswert ist auch die sinnliche Bildgestaltung inklusive atmosphärischem Licht. Viele der originellen, oft bildhaften Details des Films liefert bereits das dichte Drehbuch von Anna Morgenrot alias Kerstin Schütze: das Baby der Schwester einen Tag lang im Schlepptau der Heldin in der Oper, das sagt mehr als viele Worte (wobei, auch die Dialoge sind knapp, knackig und fallen nie unangenehm auf). Dass das Happy End dramaturgisch nicht mit dem üblichen Romantic-Comedy-Duell der Männer eingeläutet wird, die beide die Frau wollen, sondern dass der eine sich klar für den Beruf entscheidet, ohne dadurch ein Unsympath zu werden, das ist eine hübsche, realitätsnahe Wendung. Und weil so Vieles stimmt bei „Meine Mutter,meine Männer“, hatte auch die Cutterin leichtes Spiel: wer solche Geschichten mag, kann sich dem flotten Erzählfluss voller süffiger (Parallel-)Montagen ohne Reue hingeben.

13.08.2013

Das Erste - Pressemitteilung:

Ein turbulenter Morgen im Leben der Mittdreißigerin Jenny (Marie Zielcke) nimmt seinen Lauf: Nach unerklärlicher Übelkeit ist der Schwangerschaftstest positiv und dann steht ihr auch noch ihre verflossene Liebe Erik (Roman Knizka) plötzlich gegenüber, der sie sogleich emotional wieder in seinen Bann zieht. Als wäre das nicht genug, bekommt sie einen Anruf. Ihre Mutter Jutta (Anna Stieblich) kündigt sich kurzfristig an. Dass die lebenslustige Dame die Wohnung in Beschlag nimmt, nimmt Jennys Freund Tobias (Hubertus Grimm) nur zähneknirschend in Kauf, und auch Jennys Testergebnis ist für ihn ganz und gar kein “freudiges Ereignis”. Es war nicht geplant, schon eine Familie zu gründen. Tobias ist momentan außerdem nicht glücklich in der Firma seines Vaters Roman (Jürgen Heinrich) – endlich möchte er das Zepter in die Hand nehmen. Mit der Ankunft von ihrer Mutter Jutta zieht auch das Chaos in Jennys Leben ein. Jutta stellt bald sämtliche Beziehungen auf eine harte Probe und die Konflikte nehmen ihren Lauf. Während sich Jutta und Roman immer näher kommen, führt Jennys Schwangerschaft zum Bruch der Beziehung von Jenny und Tobias. Denn Jenny möchte unter allen Umständen das Kind bekommen. Liebe passiert, Familie kann man sich nicht aussuchen und geplant ist das Leben doch nur halb so schön. Das müssen am Ende alle erkennen.

Bavaria Film: Details zum Film

http://www.hubertus-fancommunity.com/index.html

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